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WARUM ECHTE MÄNNER YOGA MACHEN.

Aktualisiert: 4. Apr 2019

Nicht viele Männer sind Manns genug für Yoga. «Das ist Frauenzeugs» poltern sie mit einer abweisenden Handbewegung hinter dem leeren Bierkrug hervor und machen über sich etwas lustig, von dem sie gar keine Ahnung haben. Dass selbst viele von ihren Vorbilder längst selbst Yoga machen, ist scheinbar noch nicht bis zu den ach-so-harten Kerlen vorgedrungen. Zeit das Männer-Bild des Yoga zu entstauben und etwas Licht ins Neandertal zu bringen.


«Yoga reduziert die Verletzungsgefahr» sagt der Manager der Washington Capitals und erzählt, dass das NHL-Team rund um Superstar Alexander Ovechkin sich regelmässig auf der Matte trifft. Diese härtesten aller Typen auf weichen Yogamatten?! An unseren Stammtischen leider noch unvorstellbar, in der besten Eishockeyliga der Welt jedoch alltäglich. So schwören auch Schweizer NHL-Cracks wie Nino Niederreiter, Roman Josi oder Nico Hischier bereits seit Jahren auf die Wirkungen von Asanas und Pranayamas. Doch was überzeugt die Ikonen des starken Geschlechts sonst noch von der sanften, indischen Lehre?


«Yoga sorgt für mehr Beweglichkeit», ist Novak Djokovic überzeugt. Der Serbe gilt als einer der fittesten und beweglichsten Spieler auf der ganzen ATP-Tour. Zu seinem Trainingsalltag gehören neben der Arbeit auf dem Tenniscourt auch regelmässige Meditation und Yoga. Davon profitiert auch das Spiel von vielen seiner Kollegen wie Juan Martin del Potro, der zusätzlich die regenerative Wirkung von Yoga hervorhebt.


Dieser Überzeugung ist auch der bekennende Yogi und siebenfache Ski-Weltcup-Sieger Marcel Hirscher, der seine Motivation mit folgenden Worten zusammen fasst: «Yoga hilft meinem Körper zu regenerieren.» Neben den physischen Aspekten profitieren Athlethen wie er oder Golf-Profi Tiger Woods auch von den psychischen Vorteile. Schliesslich steigert Yoga die Konzentrationsfähigkeit und sorgt für inneres Gleichgewicht.



Im Vorfeld des Sommermärchens von 2006 führte Jürgen Klinsmann Yoga im Trainingsprogramm der Deutschen Nationalmannschaft ein. Seinen Job als Nationaltrainer hat er mittlerweile längst verloren, aber sein Yogalehrer Patrick Broome ist bis heute geblieben und durfte 2014 sogar den Weltmeistertitel mitfeiern. Zugegeben, sich einen Spassvogel wie Thomas Müller ruhig auf einer Yogamatte vorzustellen, fällt einem nicht leicht. Aber gemäss dem Yogi von Jogi weiss der Bayern-Spieler ganz genau «wann Zeit ist, Witze zu machen und wann er sich konzentrieren muss.»


Wie dieser kleine Streifzug durch die grössten Männer-Sportarten zeigt, ist Yoga für viele Sportler ein unverzichtbarer Teil Ihres Trainings und teilweise sogar ihres Leben geworden. Und wenn selbst diese Archetypen von Männern sich auf die Matte trauen, gibt dieser Artikel vielleicht einzelne Skeptiker den Mut, das «Frauenzeugs» einfach mal selbst auszuprobieren. Sie werden überrascht sein, wie anstrengend Yoga ist und wieviel Stile und Ausrichtungen es zwischen Spiritualität und Sport gibt.


Ein lustiger Fun-Fact diesbezüglich ist übrigens: Die meisten Menschen starten ihre Yogapraxis, um die Physis zu verbessern. Doch je länger jemand dran bleibt, desto wichtiger wird die spirituelle Komponente. In diesem Sinne:


Namaste und hoffentlich bis bald :-)



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Bilder von shutterstock und Pixabay

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